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Auf dem Flughafen New York ereignete sich eine beinahe Kollision zweier Flugzeuge


«Delta 1943: Start sofort abbrechen!» Nach Beinahekollision zweier Flugzeuge am Flughafen New York JFK leiten Behörden Untersuchung ein

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Das startende Flugzeug konnte nur gerade 300 Meter vor der stehenden Maschine abbremsen. Es ist nicht das erste Mal, dass es am Flughafen zu einem solchen Vorfall kommt.

Am Flughafen New York JFK ist es in der vergangenen Woche beinahe zu einer Kollision zweier Passagierflugzeuge gekommen.

«Delta 1943 Cancel Take-off Clearance!» Mit diesen Worten, geschrien in das Funkgerät der Towers, konnte am vergangenen Freitag eine Kollision zweier Passagierflugzeuge verhindert werden. Der Vorfall hat sich am Freitagabend um kurz vor 21 Uhr (Ortszeit) auf dem John F. Kennedy International Airport zugetragen, wie die amerikanische Zivilluftfahrtbehörde FAA (Federal Aviation Administration) in einer Mitteilung erklärte.

Der Flughafen JFK, wie er abgekürzt genannt wird, ist der grösste Flughafen der Millionenmetropole New York und wickelt neben den Flughäfen Newark und La Guardia den Grossteil des internationalen Flugverkehrs ab. Hier starten und landen Flugzeuge im engen Minutentakt auf je zwei der vier Lande- und Startbahnen, die je parallel verlaufen. Diese Gegebenheit erfordert, dass sowohl rollende als auch startende und landende Flugzeuge in den meisten Fällen eine Piste kreuzen müssen, um ihre Bestimmungsposition erreichen zu können. So auch am letzten Freitag.

Alarmsysteme auf dem Boden nur bedingt einsetzbar

Eine Boeing 737-900 der Delta Air Lines macht sich gegen 20 Uhr 45 (Ortszeit) auf der Startbahn 4-L bereit für das Anrollen. An Bord des Mittelstreckenflugzeugs mit der Destination Dominikanische Republik befinden sich 145 Passagiere und 6 Besatzungsmitglieder. Zeitgleich rollt eine Boeing 777-200 der American Airlines auf die gleiche Startbahn, um diese zu queren und dann auf einem Rollweg die Piste entlangzufahren, um sich danach ebenfalls in die Startposition zu begeben. Das Grossraumflugzeug hat eine lange Reise vor sich, ist für den Flug nach London Heathrow mit 137 Passagieren und 14 Crewmitgliedern jedoch nur etwa halb voll.

Die Boeing 737 der Delta Air Lines erhält die Startfreigabe und beschleunigt. Was die beiden Piloten jedoch nicht wissen, ist, dass sich in der Dunkelheit direkt vor ihnen die viel grössere Boeing 777 noch immer quer zu ihnen auf derselben Startbahn befindet. Trotz Bodenradar, Kollisionswarnsystemen und Entfernungsmessern schlägt kein System Alarm, während die Passagierflugzeuge aufeinander zurasen.

Ein Fluglotse, der sich im Tower des Flughafens befindet und von dort aus den östlichen Teil des Flughafens überblickt, bemerkt die sich anbahnende mögliche Katastrophe. Mit dem Ausruf «Scheisse! Ah! Verflucht! American 106: Position halten! Delta 1943: Start sofort abbrechen, Delta 1943: Start sofort abbrechen!» fordert er über die Tower-Frequenz die Delta-Maschine zum sofortigen Startabbruch auf. Die Aussagen des Controllers werden zeitgleich in einer Audioaufnahme von LiveATC, einer Website, die Flugkommunikation veröffentlicht, aufgezeichnet.

JFK Airport New York - Friday the 13th, 2023. American Airlines Boeing 777 (AAL106) going to London crosses the wrong runway while taxiing while a Delta Airlines Boeing 737 (DAL1943) is departing for Santo Domingo on the same runway stopping their takeoff avoiding a disaster. 😳 pic.twitter.com/vhzXI8zD7M

— Thenewarea51 (@thenewarea51) January 15, 2023

Die Delta-Maschine bricht den Start sofort ab. Zu diesem Zeitpunkt ist sie bereits fast 200 km/h schnell und hat gut einen Drittel der Startbahn hinter sich gebracht. Das Flugzeug jedoch ist gut ausgelastet und vollgetankt und kommt erst 300 Meter vor der American-Airlines-Maschine zum Stillstand, welche die Piste nach dem Vorfall sicher kreuzen kann. Trotz dem guten Ausgang des Vorfalls weisen die Geschehnisse auf mögliche Mängel und Probleme in der Kommunikation hin.

American-Piloten missverstanden wohl Anweisungen

Um die genauen Ursachen zu prüfen, hat die FAA am Montag zusammen mit der nationalen Untersuchungsbehörde für Transport- und Flugunfälle (National Transportation Safety Board, NTSB) eine Untersuchung angekündigt. Erste Auswertungen der Funksprüche deuten laut den Untersuchungsbehörden darauf hin, dass die Besatzung der American-Airlines-Maschine zwar ihre Rollfreigabe vom Tower erhalten, diese jedoch nicht korrekt befolgt hat. Statt die Landebahn 31-L zu kreuzen, hatte es die Besatzung versäumt, dem richtigen Rollweg zu folgen, und rollte so auf die aktive Startbahn 4-L, wo die Delta-Maschine soeben zum Start angesetzt hatte.

Eine allfällige Ursache für das Malheur sei möglicherweise ein Missverständnis der gegebenen Anweisungen, vermuten die Aviatik-Experten der Fachzeitschrift «Flug-Revue». Dies, weil in der englischen Sprechfunkterminologie sowohl die eigentlich gegebene Freigabe «Cross Runway 31-left (31-L) at Kilo» als auch der tatsächlich genommene Weg der American-Maschine «Cross Runway 31-left (31-L), turn left at Kilo» sehr ähnlich seien. Ob dies der tatsächliche Grund ist oder ob allenfalls weitere Faktoren zu dem Beinaheunglück beigetragen haben, wird nun von den Behörden untersucht.

Die BBC, die Passagiere der Delta-Maschine interviewte, berichtete am Montag, dass diese erst aus den Nachrichten und den sozialen Netzwerken von der Beinahekollision erfahren haben sollen. «Das Flugzeug war schon recht schnell, als es plötzlich abrupt bremste. Ein Ruck ging durch die ganze Maschine, und wir wurden durch die Wucht zuerst alle nach vorne gestossen und von unseren Gurten wieder zurückgezogen, bis das Flugzeug auf der Piste zum Stillstand kam», zitiert die BBC einen Passagier der Maschine. Die Besatzung habe dann erklärt, es habe ein mechanisches Problem gegeben.

Bereits zuvor Beinahekollision am JFK

Während die Passagiere der grossen American-Maschine kurz nach dem Vorfall ihren Flug nach London antreten konnten, war für die Passagiere in der Delta-Maschine an diesem Abend kein Start mehr möglich. Wegen der abrupten Vollbremsung liefen Bremsen und Reifen so heiss, dass diese zuerst abkühlen und das Flugzeug danach zum Gate zurückkehren musste, um auf allfällige Schäden untersucht zu werden.

Es ist indes nicht das erste Mal, dass es am Flughafen JFK zu einer Beinahekollision gekommen ist. Schon 2020 war es an fast derselben Stelle des Flughafens zu einem ähnlichen Vorfall gekommen. Damals hatte eine Boeing 757 der Delta Air Lines nach der Landung fälschlicherweise die Piste 22-R überquert, anstatt zu warten, wodurch eine gleichzeitig startende Maschine ihren Start abrupt abbrechen musste. Die Technologie kann hier nur beschränkt eingreifen und solche Ereignisse verhindern. Passieren Fehler auf dem Boden, ist dies vor allem auf Fehlerketten bei den Piloten oder den Fluglotsen zurückzuführen.

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Author: Christopher Castillo

Last Updated: 1703894282

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